Bettler oder Pharisäer?

Da auf der Farm nicht allzu viel los ist, kommt man mal zu unvorhergesehen Sachen. Ich schaffe es, ab und zu an meiner Hausarbeit zu schreiben (allerdings eher widerwillig=)), aber auch zu angenehmen Dingen. 

Ich lese gerade ein sehr interessantes Buch von Richard Foster. Ist zwar schon älter, aber hat so viel Weisheit drin, die mich immer wieder trifft. Zum Beispiel Gerechtigkeit. Wir wollen gerecht sein, gut sein, als gute Menschen betrachtet werden. Aber wie werden wir gut?
Viel zu oft versuchen wir es aus eigener Willenskraft. Wenn wir nur genug Regeln aufstellen, Selbstdisziplin haben und es hart durchziehen, werden wir gute Menschen sein. Ich ertappe mich oft dabei, wie ich innerlich einen Plan aufstelle und den dann abarbeiten will. Das funktioniert vielleicht mit Hausarbeiten oder Dingen, die getan werden müssen, aber wir können nicht unser Herz disziplinieren oder unsere Einstellungen planen. Wir gleichen ein bisschen den Pharisäern in der Bibel, die auch versuchten, durch ihre Gesetze gerecht zu werden. Ihr Lebensziel war, alle Gesetze einzuhalten und sich damit die Anerkennung der Menschen und vielleicht auch Gott zu verdienen. Sie taten Gutes, weil sie mussten. Ihre Reihenfolge war Gesetz→ Anerkennung. Sie waren SELBSTgerecht.
Es muss Veränderung in uns drin geschehen, ein Umdenken in unseren Köpfen. Wir brauchen das Denken eines Bettlers, der ebenfalls in der Bibel beschrieben, als krasses Gegenteil zum selbstgerechten Pharisäer. Er verstand, dass er es niemals schaffen würde, alle Regeln einzuhalten, also niemals gerecht werden könnte. Und er wusste, worauf es ankommt. Nicht auf unsere eigene Gerechtigkeit, denn wir können nicht gerecht sein, sondern auf GOTTES GNADE. Er allein kann gerecht machen. Wenn er in uns lebt, ist er die Gerechtigkeit in uns. Er liebt uns zuerst, erkennt uns zuerst an und dann hilft er uns, sein Gesetz zu halten. Die Reihenfolge ist Anerkennung→ Gesetz. Wir tun Gutes, weil wir es wollen. Wir tun nicht nur Gutes, sondern sind gut, weil er, der in uns lebt, das Gute in uns bewirkt.
Dazu müssen wir aber wie der Bettler den ersten Schritt tun und unsere Selbstgerechtigkeit ablegen. Platz schaffen für Gott in uns, unsere Pläne, Konzepte und eiserne Disziplin hinter uns lassen. Es heißt nicht, dass wir uns ab sofort gehen lassen können. Auch nicht, dass die Gesetze unseres Staates nicht mehr für uns gelten; wir sollten sie gerade als Christen halten und sowohl Gott als auch den Menschen die Ehre geben, die ihnen zusteht. Es geht ums Denken und die richtige Reihenfolge. Gottes Gnade ist frei, ein Geschenk und wir können es nur annehmen und uns nicht erkaufen oder durch eiserne Disziplin erarbeiten. 

Author: Katha von Dessien

Teacher. Believer. Third Culture Kid. World Traveler. People Lover. Writer.

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