Too postmodern? Zu modern?

I found this video earlier today and it got me thinking as I ask myself these kind of questions at the moment. In times where churches try to gain new members and attract people from the outside- is this what they should see? In our aim to make every service modern, to take away the “dust” from the gospel, do we also see the danger of losing our way? Of taking away that very foundation that people are looking for? I know there are entire studies about the emerging church, the postmodern spirituality etc. and I don’t really want to write another sermon about it. I am also not saying we should abandon it all together. That movement is great and was started for good reasons. Every part of it might have its right place- like music, like sermons, like organization of service and church in general. It is good that we broke with some old things.
But not everything we left behind is bad. And sometimes we might do ourselves and the people we invite into our churches every Sunday some good by digging up some of that old stuff and look at our foundations. Do we speak the truth when it is needed? Do we preach honesty with our lives or only on the big screens on stage? Do we strife for God’s ways or popularity? Do we wait in the church for people to come to us or do we leave our churches and go to where the people are?

Dieses Video habe ich heute entdeckt und es hat mich nachdenklich gemacht, da ich mich gerade sehr damit beschäftige. In unseren Zeiten, wo Gemeinden neue Mitglieder suchen und Leute von außen anziehen wollen- sollen sie das sehen? In mitten unserer Anstrengung, jeden Gottesdienst modern zu machen, das Evangelium zu “entstauben”- sehen wir da auch die Gefahr, uns selbst zu verlieren? Das selbe Fundament, nach dem die Leute suchen, wegzunehmen? Ich weiß, es gibt schon ganze Studien zum Thema neue Kirche, postmoderner Glaube etc. und ich will auch keine neue Predigt darüber schreiben. Ich sage auch nicht, dass wir all das lassen sollen. Diese Bewegung ist gut und wurde aus guten Gründen gestartet. Jeder Teil davon hat seine Berechtigung- die Musik, die Predigten, die ganze Organisation. Es ist gut, aus manchem Alten auszubrechen.
Aber nicht alles, was wir zurückgelassen haben, ist schlecht. Manchmal würden wir uns und den Leuten, die wir jeden Sonntag in unsere Gemeinden einladen, vielleicht etwas Gutes tun, indem wir ein paar alte Dinge hervorkramen und unser Fundament betrachten. Sagen wir die Wahrheit, wenn es dran ist? Leben wir Ehrlichkeit oder predigen wir es nur von der Bühne und den Leinwänden herunter? Suchen wir nach Gott oder nach Anerkennung? Sitzen wir in der Kirche und warten darauf, dass die Menschen zu uns kommen oder gehen wir dorthin, wo die Menschen sind?

Bettler oder Pharisäer?

Da auf der Farm nicht allzu viel los ist, kommt man mal zu unvorhergesehen Sachen. Ich schaffe es, ab und zu an meiner Hausarbeit zu schreiben (allerdings eher widerwillig=)), aber auch zu angenehmen Dingen. 

Ich lese gerade ein sehr interessantes Buch von Richard Foster. Ist zwar schon älter, aber hat so viel Weisheit drin, die mich immer wieder trifft. Zum Beispiel Gerechtigkeit. Wir wollen gerecht sein, gut sein, als gute Menschen betrachtet werden. Aber wie werden wir gut?
Viel zu oft versuchen wir es aus eigener Willenskraft. Wenn wir nur genug Regeln aufstellen, Selbstdisziplin haben und es hart durchziehen, werden wir gute Menschen sein. Ich ertappe mich oft dabei, wie ich innerlich einen Plan aufstelle und den dann abarbeiten will. Das funktioniert vielleicht mit Hausarbeiten oder Dingen, die getan werden müssen, aber wir können nicht unser Herz disziplinieren oder unsere Einstellungen planen. Wir gleichen ein bisschen den Pharisäern in der Bibel, die auch versuchten, durch ihre Gesetze gerecht zu werden. Ihr Lebensziel war, alle Gesetze einzuhalten und sich damit die Anerkennung der Menschen und vielleicht auch Gott zu verdienen. Sie taten Gutes, weil sie mussten. Ihre Reihenfolge war Gesetz→ Anerkennung. Sie waren SELBSTgerecht.
Es muss Veränderung in uns drin geschehen, ein Umdenken in unseren Köpfen. Wir brauchen das Denken eines Bettlers, der ebenfalls in der Bibel beschrieben, als krasses Gegenteil zum selbstgerechten Pharisäer. Er verstand, dass er es niemals schaffen würde, alle Regeln einzuhalten, also niemals gerecht werden könnte. Und er wusste, worauf es ankommt. Nicht auf unsere eigene Gerechtigkeit, denn wir können nicht gerecht sein, sondern auf GOTTES GNADE. Er allein kann gerecht machen. Wenn er in uns lebt, ist er die Gerechtigkeit in uns. Er liebt uns zuerst, erkennt uns zuerst an und dann hilft er uns, sein Gesetz zu halten. Die Reihenfolge ist Anerkennung→ Gesetz. Wir tun Gutes, weil wir es wollen. Wir tun nicht nur Gutes, sondern sind gut, weil er, der in uns lebt, das Gute in uns bewirkt.
Dazu müssen wir aber wie der Bettler den ersten Schritt tun und unsere Selbstgerechtigkeit ablegen. Platz schaffen für Gott in uns, unsere Pläne, Konzepte und eiserne Disziplin hinter uns lassen. Es heißt nicht, dass wir uns ab sofort gehen lassen können. Auch nicht, dass die Gesetze unseres Staates nicht mehr für uns gelten; wir sollten sie gerade als Christen halten und sowohl Gott als auch den Menschen die Ehre geben, die ihnen zusteht. Es geht ums Denken und die richtige Reihenfolge. Gottes Gnade ist frei, ein Geschenk und wir können es nur annehmen und uns nicht erkaufen oder durch eiserne Disziplin erarbeiten. 

Different kind of peace

Ruckzuck ging das erste Semester rum und schon sind Semesterferien- krass!
Für mich heißt das nicht nur ausruhen und eine lästige Hausarbeit schreiben, sondern auch umziehen.
Hier kommt also der erste Post aus dem neuen Domizil und ich muss sagen: es gefällt mir ausgesprochen gut!

Wie es allerdings dazu kam, ist auch eine Geschichte für sich:
Ich hatte mein erstes Zimmer nur auf Zwischenmiete und musste also definitv am Ende des Semesters raus. Das erste Mal war es irgendwie einfach, ein Zimmer zu finden; dieses Mal war es nervenaufreibend. Ich kannte mich nun besser in der Stadt und den verschiedenen Wohngebieten und hatte damit auch konkretere Vorstellungen, was ich wollte. Eigentlich war der Plan, mit ner Komilitonin im schönsten Viertel der Stadt zusammen zu ziehen, das hat sich aber zerschlagen. Ich war echt lange auf der Suche und habe ein paar schöne Dinge entdeckt, die aber entweder zu weit außerhalb oder zu teuer waren. Je länger ich suchte, desto unmotivierter wurde ich. Es war ja auch richtig fetter Schnee und immer abends mit durchgeweichten Schuhen in der Kälte auf den Bus zu warten, nahm jede Lust!
Dann kamen meine Prüfungen dazu, unter anderem eine mündliche in Geschichte, bei einem Prof, der so ziemlich alles weiß. Man hat also Angst, dass man trotz vielem Lernen am Ende etwas nicht weiß und kläglich vor ihm versagt.
Eines Morgens beim Frühstück dachte ich über all diese anstehenden Dinge und begann, mir Sorgen zu machen. Der Teufel tat sein Übriges und ich hatte am Ende einen riesigen Sorgenberg vor mir. Doch Gott brach in diese Verzweiflung hinein, mit einigen krassen Worten:

Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und hernach lange sitzet und esset euer Brot mit Sorgen; denn seinen Freunden gibt er es im Schlaf.                                                                                              Psalm 127:2

Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.                                                                             Johannes 14:27

Dieser Friede Gottes überraschte mich völlig und ich merkte zum ersten Mal, was das eigentlich heißt! Wir versuchen, in unserem Leben Frieden zu schaffen, auf alle möglichen Arten und Weisen. Man sorgt aus mit Geld, Zeit, lieben Leuten um sich, ein Dach über dem Kopf, Pläne für die Zukunft…
Das ist der Frieden, den die Welt gibt, aber Gott hat was anderes für seine Kinder! Er hat einen Frieden für uns, der hält, auch wenn diese oben genannten Dinge zerplatzen. Dieser Friede hält stand gegen äußere Einflüsse und muss nicht vor allwissenden Professoren oder vor Wohnungsproblemen kuschen.
Es heißt nicht, dass ich jetzt die Füße hochlegen kann und nichts mehr tun muss, aber ich muss mich nicht mehr totsorgen. Ich darf das tun, was in meiner Macht steht, aber dann auch meine Grenzen eingestehen und mich auf Gottes Frieden zurückfallen lassen. Er wird es gut hinausführen, das hat er versprochen.

Und ich habe es erlebt! Am selben Tag hatte ich diese Geschichteprüfung und zwei Freunde waren vor mir dran. Sie kamen etwas deprimiert raus und meinten, der Prof hätte sie schwere Sachen gefragt und sie konnten wenig sagen. Ich war etwas verunsichert, betete aber die ganze Zeit, dass Gott irgendwas verändern würde und ich viel sagen kann. Und der Prof war ein paar Stunden später wie ausgewechselt. Er ließ mich reden und ich konnte fast alle Fragen beantworten! Ich bin wie auf Wolken aus diesem Büro rausgeschwebt!

Dann war da noch das fehlende WG-Zimmer. Ich hatte mir eine tolle WG angeschaut, wo es von den Leuten her passte und das Zimmer echt toll war. Da hatte ich echt Hoffnungen, dass es klappen würde, doch ich bekam eine Absage. Keine fünf Minuten später meldeten sich ein paar andere und sagten mir zu, allerdings war diese WG etwas außerhalb. Ich sagte zu Gott, ich würde noch ein letztes Mal nach Angeboten schauen und wenn ich bis morgen Abend keine andere Zusage hätte, würde ich dort zusagen. Ich fand ein tolles Angebot nur eine Querstraße von meiner Freundin entfernt und ging dorthin mit einem Ultimatum (was ja eigentlich extrem unverschämt ist!). Doch ich bekam sofort eine Zusage!
Das Zimmer ist der Hammer, in einem Penthouse mit eigenem Balkon und Dachterasse. Bis jetzt sind die Leute auch nett und ich bin gespannt!
Aber es hat sich gelohnt, zu warten, denn Gott gibt immer das Beste!