Welcome to the BIG world/ Willkommen in der RIESEN Welt

This is my first update from the US since I arrived here two days ago. After a week full of packing, meeting people, hanging out at birthdays with the family, I was ready for take off. The flight was smooth and 9,5 hours didn’t seem to be long after all. I was really grateful for an American friend I had met in Germany who was willing to pick us (me and another German exchange) up and accomodate us for the first few days. Still I am overwhelmed by the hospitality of the people around here!

Jetlag was not as bad as expected, after a 17 hours sleep we felt alive again and are now ready to conquer new grounds in Greensboro! So far we have seen a lot already, we made two roadtrips to the major cities Charlotte and Raleigh. Cities look very different than German cities, they are open and offer quite some space, while German cities are all tiny and packed. One can see that you’re in the South, the houses look great with big patios and gardens, the obligatory US flag and huge cars in the driveway. 

Downtown Greensboro

In general, everything seems to be big. Cars, roads, furniture, houses, food…The house we stay in right now is beautiful, has lots of space and is the perfect hangout for the first few days. Much better than staying in a hotel! Many things remind me of South Africa, like the traffic lights (um, sorry, robots for the SA people=)), the huge malls…
I can’t really say a lot yet as I have not seen so much of the city yet. We drive around a lot (thank God for a friend with a car), only later we will go downtown and walk around a bit. I hope to rent or buy a bike, otherwise transportation seems to be a bit difficult. So far I like what I see and experience, it’s a nice little town and I am excited to dive into it!

Culture seems to be a whole new issue again. We went shopping on the first day and got confused by the different kind of linens you can buy. Is it just the sheets or the covers or both? Actually it’s just a word and yet it hides so much of confusion which made me wonder at language and its implications all over again! So we’ll see how it turns out. I will meet a whole bunch of new people and I am excited to see how they do things and how we all dive into that new culture!
So you can expect to read more soon. Tomorrow we will settle into the dorms and then the official orientation will start…

Mein erstes Update aus den USA seit ich vor zwei Tagen hier angekommen bin! Nach einer Woche voller Packen, Leute treffen und 80. Geburtstag meiner Oma, war ich endlich startklar. Der Flug war gut und 9,5 Stunden kamen einem gar nicht so lange vor. Ich bin wirklich dankbar für eine amerikanische Freundin, die ich kurz in Deutschland kennengelernt hatte, dass sie uns (mich und einen anderen dt. Austauschstudenten) abgeholt hat. Wir dürfen die ersten Tage bei ihr wohnen. Ich bin immer noch erstaunt über die Gastfreundlichkeit der Leute hier! Der Jetlag war gar nicht so schlimm wie erwartet, nach 17 Stunden Schlaf fühlte ich mich wieder wach und jetzt bin ich bereit, neues Land in Greensboro zu erobern!
Wir haben schon einiges gesehen, da wir viel unterwegs waren zwischen Charlotte und Raleigh. Die Städte sehen ganz anders als, sind viel weitläufiger und nicht so gequetscht wie manche dt. Städte. Man kann sehen, dass man im Süden ist, die Häuser sehn süß ist mit großem Garten, Terrasse und der typischen Flagge. 
Generell scheint alles riesig zu sein. Autos, Straßen, Möbel, Häuser, Essen…Das Haus, in dem wir wohnen, ist wunderbar, mit viel Platz und einfach perfekt für die ersten paar Tage, viel besser als ein Hotel! Viel erinnert mich an Südfrika, wie die Ampeln auf der anderen Seite, die riesigen Shopping Centers…Zu viel kann ich noch nicht sagen, da wir erst heute wirklich die Stadt erkunden. Wir fahren viel rum (zum Glück haben wir Freunde mit Autos!), sonst ist es wirklich schwer mit Verkehrsmitteln. Hoffentlich kann ich ein Fahrrad ausleihen oder kaufen. Aber soweit gefällt es mir hier, es ist eine süße Stadt und ich freu mich drauf, mehr davon zu sehn!

Kultur wird sicher auch wieder eine spannende Sache. Am ersten Tag waren wir einkaufen und ich war total verwirrt von dem ganzen Bettzeug. Brauchen wir nur Bezüge oder auch Bettdecken und so? Eigentlich geht es nur um ein einziges Wort und trotzdem birgt es so viel Verwirrung. Das hat mich wieder zum Staunen gebracht über Sprache und was sich alles dahinter versteckt! Bin gespannt, wie das so wird, da wir Leute aus aller Welt sind und jeder Sachen anders sieht. 

 Ihr könnt also noch so einiges erwarten. Morgen ziehen wir in unsere Zimmer ein und dann beginnt der offizielle Teil des Semesters…

Back from the dead/Zurück aus der Versenkung

Hey guys,

it’s been a while since my last post, so it is really long overdue to resurrect this blog from the dead. The occasion might be suitable as well as I am about to get on another plane on my way to North Carolina/USA for six months. I will be studying in Greensboro from August to December, January will be travelling (depending on how much money is left over…).
Right now I am still busy recovering from my last exams, moving all my stuff to my parents’ place while already preparing for my departure on August 10. This leaves me with lots of paperwork, shopping, packing and thinking. I would really appreciate your prayers so that all will go well!
I hope I manage to keep you posted from now on, in English and German due to so many friends all around the world. If you want to know more, feel free to write and comment! I would love to hear from you!
Lots of greetings and hope to write more soon!

Hallo ihr Lieben,


mein letzter Post ist schon ne Weile her, da wird es höchste Zeit, diesen Blog mal wiederzubeleben. Außerdem bietet es sich an, da ich schon fast auf dem Weg nach North Carolina/USA bin, wo ich sechs Monate in Greensboro studieren werde. Der Januar wird dann hoffentlich noch für Reisen da sein, je nachdem, wieviel Geld noch übrig ist…
Gerade erhole ich mich noch von meinen letzten Klausuren und dem Umzug zurück zu meinen Eltern, nebenbei laufen die Vorbereitungen für meinen Abflug am 10. August. Das heißt also viel Papierkram, einkaufen, packen und denken. Würde mich freuen, wenn ihr im Gebet dran denkt, dass alles gut klappt! Ich hoffe, ich schaffe es, euch regelmäßig daran teilhaben zu lassen, auf Englisch und Deutsch, weil die Freunde mittlerweile auf der ganzen Welt verstreut sind. Wenn ihr mehr wissen wollt, schreibt Kommentare oder mir ne Mail! Ich freu mich, von euch zu hören!
Ganz liebe Grüße und bis hoffentlich bald!

Ich bin GRÜN!

Ich bin schon wieder einen ganzen Monat zurück in Deutschland, aber es kommt mir viel länger vor. In diesem hektischen Land und Leben bleibt keine Zeit, anzuhalten, zurückzuschauen und auch mal nachzutrauern. 
Einen Tag nach der Rückkehr wurde ich krank und war danach direkt auf einer Freizeit. Und schon eine Woche später begann das neue Semester, ein drittes Fach (plus Extrastunden in Griechisch=)) und somit auch der Stress.


Erst letzte Woche kam ich dazu, die letzten Dinge aus dem Koffer auszupacken und ein paar Gedanken bewusst nach Südafrika zu senden und alles dort ganz furchtbar zu vermissen. Auch wenn es oft unter dem Stress und der Lernerei begraben zu sein scheint, ist die Sehnsucht doch da und meine Gedanken wandern zu den lieben Freunden am anderen Ende der Welt.
Aber in vielen Kleinigkeiten, und sei es auch nur das wechselhafte deutsche Herbstwetter, wird mir wieder bewusst, wie ich doch zwischen den Welten hänge und nach wie vor den einen Platz, MEINEN Platz, suche. Bei dieser Suche stieß ich folgendes Gedicht und einen Liedtext von Switchfoot (eine super Band by the way=)). Wenn ihr also wissen wollt, wie es mir geht, lasst die beiden Texte für sich sprechen…



I grew up in Yellow Country.
But my parents are Blue.

I’m Blue.
Or at least, that is what they told me.



But I played with the Yellows.
I went to school with the Yellows.

I spoke the Yellow language.
I even dressed and appeared to be Yellow.
Then I moved to the Blue Land.
Now I go to school with the Blues.
I speak the Blue language.
I even dress and look Blue.


But deep down inside me,
something’s Yellow.
I love the Blue country,
but my ways are tinted with Yellow.
When I am in Blue Land,
I want to be Yellow.
When I am in Yellow Land,
I want to be Blue.


Why can’t I find a place,
where I can be both?
A place where I can be me.
A place where I can be Green.
I just want to be Green.
                                                                   Whitni Thomas






This is Home- Switchfoot


I’ve got my memories, always inside of me
but I can’t go back, back to how it was
I believe it now, come too far

no, I can’t go back, back to how it was
Created for a place I’ve never known


This is home, now I’m finally where I belong
This is home, I’ve been searching for a place of my own, now I found it
Maybe this is home, this is home


Relief over misery
I’ve seen the enemy and I wont go back, back to how it was
I got my heart set on what happens next
I got my eyes wide, it’s not over yet
We need miracles and we’re not alone


And now, after all my searching, after all my questions
I’m gonna call it home
I got a brandnew mindset, I can finally see the sunset
I’m gonna call it home


Come too far and I won’t go back, yeah
This is home



Abgeschlossen

Das waren sie wohl, die zwei Monate Südafrika. Gedacht als Abschluss eines Prozesses von Heimweh, Sehnsucht, Abenteuer…was bleibt?

Ich kann definitiv sagen, dass es anders war als erwartet. Wie schon vorher berichtet, konnte ich mein Herz nicht auf alles vorbereiten und so musste ich manche Enttäuschung hinnehmen über die vielen Veränderungen und auch  Aspekte, wo zu wenig Veränderung geschehen ist. Aber dadurch habe ich ein genaueres Bild der Arbeit hier bekommen, was letztes Jahr gefehlt hat. Dort hatte ich immer Leute um mich herum, nun war ich allein und sah etwas mehr hinter die Kulissen. Dadurch, dass die Leiter eine Auszeit haben, ist manches zum Stillstand gekommen, was in mancher Hinsicht auch mal gut ist. Man gewinnt wieder Blick für das Wesentliche.Und ich habe Respekt für die Übergangsleiter und ihr Durchhaltevermögen in diesen schwierigen Zeiten und den vielen Schwankungen im Team.
Durch mangelnde Finanzen und kaputte Autos bin ich diesmal sehr wenig nach außen gegangen, es gab fast keine Einsätze in Schulen, bei den Clubs habe ich mich auf meine Teens konzentriert. Aus Sicht der Effizienz und missionarischem Nutzen bin ich meinem Ziel also nicht näher gekommen.

Aber Gott hat Möglichkeiten geöffnet, andere Seiten an Menschen und am Land zu entdecken. Durch die viele freie Zeit hatte ich die Gelegenheit, mich dort zu investieren, wo es mir wirklich wichtig ist. Ich konnte Freunde treffen und ohne Zeitdruck oder gestresste Chefs einfach Zeit mit ihnen verbringen und in ihr Leben investieren. Es war erstaunlich, die Teens wieder zu sehen und wie es ihnen ein Jahr später geht. Ihr Leben ändert sich so schnell und oft dramatisch. Nun fällt es mir wieder schwer, sie loszulassen und nicht zu wissen, wie es mit ihnen weitergehen wird. Gut zu wissen, dass sie in Gottes Hand am besten aufgehoben sind und er keinen ihrer Schritte aus den Augen lässt.
Andere Menschen habe ich ganz neu kennengelernt und wurde sehr durch sie gesegnet. Ich wurde zu Freunden eingeladen, oft spontan und war einfach überrascht von ihrer Offenheit und wir konnten uns immer gut austauschen. Erst gestern Abend habe ich eine nette Familie kennengelernt und es war gleich so eine Vertrautheit da, wie nur Gott sie schenken kann. Ohne uns besser zu kennen, sprach Gottes Geist und hat uns allen in einer Weise gedient, die mich einfach umgehauen hat-God is good!
Ich hatte auch die Gelegenheit, meine Lieblingsorte nochmal aufzusuchen und einfach dort zu verweilen. Dieses Land ist einfach zu schön, als dass man einfach schnell vorüberfährt oder alles in einem 2 Wochen Urlaub mitkriegt. Trotz aller Probleme und Konflikte zeigt es eine Schönheit und ist wahrhaft eine “Rainbow Nation”. Vieles bringt dich zum Stauen, zum Entsetzen, auf die Knie ins Gebet…

Und das nehme ich auch mit: neues Feuer im Herzen und Gottes Hand auf meinem Leben. Keine Ahnung, wieso, aber hier scheint Gott so nah und erlebbar. Er ist treu und zeigt sich, wenn wir ihn darum bitten. Ich wurde so oft hier überrascht und ich bin gespannt, wie er mit mir weitergeht in Deutschland…
Meine Zeit hier ist vorbei und ich werde nun besser überleben können, wenn ich zurück gehe. Ich glaube wirklich, dass es wichtig für den Re-Entry Prozess ist, einen guten Abschluss zu finden. Das macht das Leben drüber leichter.
Vielen Dank an alle, die mit drangedacht und mitgebetet haben, seid reich gesegnet!

Bettler oder Pharisäer?

Da auf der Farm nicht allzu viel los ist, kommt man mal zu unvorhergesehen Sachen. Ich schaffe es, ab und zu an meiner Hausarbeit zu schreiben (allerdings eher widerwillig=)), aber auch zu angenehmen Dingen. 

Ich lese gerade ein sehr interessantes Buch von Richard Foster. Ist zwar schon älter, aber hat so viel Weisheit drin, die mich immer wieder trifft. Zum Beispiel Gerechtigkeit. Wir wollen gerecht sein, gut sein, als gute Menschen betrachtet werden. Aber wie werden wir gut?
Viel zu oft versuchen wir es aus eigener Willenskraft. Wenn wir nur genug Regeln aufstellen, Selbstdisziplin haben und es hart durchziehen, werden wir gute Menschen sein. Ich ertappe mich oft dabei, wie ich innerlich einen Plan aufstelle und den dann abarbeiten will. Das funktioniert vielleicht mit Hausarbeiten oder Dingen, die getan werden müssen, aber wir können nicht unser Herz disziplinieren oder unsere Einstellungen planen. Wir gleichen ein bisschen den Pharisäern in der Bibel, die auch versuchten, durch ihre Gesetze gerecht zu werden. Ihr Lebensziel war, alle Gesetze einzuhalten und sich damit die Anerkennung der Menschen und vielleicht auch Gott zu verdienen. Sie taten Gutes, weil sie mussten. Ihre Reihenfolge war Gesetz→ Anerkennung. Sie waren SELBSTgerecht.
Es muss Veränderung in uns drin geschehen, ein Umdenken in unseren Köpfen. Wir brauchen das Denken eines Bettlers, der ebenfalls in der Bibel beschrieben, als krasses Gegenteil zum selbstgerechten Pharisäer. Er verstand, dass er es niemals schaffen würde, alle Regeln einzuhalten, also niemals gerecht werden könnte. Und er wusste, worauf es ankommt. Nicht auf unsere eigene Gerechtigkeit, denn wir können nicht gerecht sein, sondern auf GOTTES GNADE. Er allein kann gerecht machen. Wenn er in uns lebt, ist er die Gerechtigkeit in uns. Er liebt uns zuerst, erkennt uns zuerst an und dann hilft er uns, sein Gesetz zu halten. Die Reihenfolge ist Anerkennung→ Gesetz. Wir tun Gutes, weil wir es wollen. Wir tun nicht nur Gutes, sondern sind gut, weil er, der in uns lebt, das Gute in uns bewirkt.
Dazu müssen wir aber wie der Bettler den ersten Schritt tun und unsere Selbstgerechtigkeit ablegen. Platz schaffen für Gott in uns, unsere Pläne, Konzepte und eiserne Disziplin hinter uns lassen. Es heißt nicht, dass wir uns ab sofort gehen lassen können. Auch nicht, dass die Gesetze unseres Staates nicht mehr für uns gelten; wir sollten sie gerade als Christen halten und sowohl Gott als auch den Menschen die Ehre geben, die ihnen zusteht. Es geht ums Denken und die richtige Reihenfolge. Gottes Gnade ist frei, ein Geschenk und wir können es nur annehmen und uns nicht erkaufen oder durch eiserne Disziplin erarbeiten. 

Paradise Reloaded

Mal wieder ein Update von mir und schon wieder von einem anderen Ort…
Die ersten Wochen in Lighthouse waren nicht einfach, zugegeben. Es war einfach alles so anders und ich musste mich erstmal an die anderen Gegebenheiten gewöhnen.

Die Regel wurde dann schon wieder unterbrochen, da meine Familie in Johannesburg ankam. Ich hätte es ja nie gedacht, aber sie haben einen Traum umgesetzt und sind tatsächlich ins Flugzeug gestiegen. Wir haben zwei Wochen zusammen, um das wunderschöne riesige Land zu bereisen.
Am Anfang gab es ein paar Probleme mit dem Gepäck, aber wir nahmen alles mit Humor. Außerdem waren die Erlebnisse viel zu toll, als dass man Trübsal blasen könnte. Das Wetter war leider nicht so warm wie im Sommer, aber wir hatten viele tolle Tage und fast immer Sonne.
Den Anfang machte Kapstadt mit seinen wunderschönen Häusern, dem Kap, den tollen Stränden, Tafelberg und  atemberaubendem Panorama. Danach ging es weiter die Garden Route entlang. Wir fuhren einfach drauflos und suchten uns abends eine Unterkunft, was spannend aber auch herausfordernd war. Gott war wirklich gut und wir hatten immer ein wirklich gutes Bett und super nette Hosts. Es ergaben sich auch gute Gespräche und wir waren immer versorgt!

Ein Abstecher nach “Afrika Afrika” war die Fahrt durch die Transkei, das Stammland der Xhosa. Es ging die Berge rauf und runter, vereinzelt sah man Dörfer aus Rundhütten und viele Menschen, Ziegen, Kühe auf der Autobahn.=) Aber es hat sich wirklich gelohnt, nach dem weißen Nobelsüdafrika mal noch so eine ganz andere Seite zu sehen. Und es war wirklich nur zum Staunen, wie vielfältig doch dieses Land sein kann. Eine Stunde Fahrt und man sieht eine komplett andere Landschaft-wow!


Gerade sind wir in Durban, der wärmsten Stadt am indischen Ozean. Es tut so gut, wieder im Headquarter zu sein, die Leute wieder zu sehen, den Strand zu genießen, durch Suncoast zu schlendern, in Glenridge zu worshippen…das nennt man Urlaub! Leider geht es morgen schon weiter, aber ich möchte meiner Familie auch noch den Norden zeigen, “mein” Township, Freunde und Arbeit. Und wieder eine komplett andere Landschaft…Wir sind gespannt!

Herz in der Schwebe

Ich bin schon wieder zwei Wochen am anderen Ende der Welt, aber eine Reflektion scheint nach wie vor schwierig.
Hauptproblem für die Kommunikation ist fehlendes Internet. Im vergangenen Jahr wurden die Telefonkabel gestohlen und jetzt bleibt nur Internet übers Handy, was bei mir aber komischerweise nicht funktioniert. So kann ich nur einmal die Woche kurz bei einer Kollegin Emails checken, also bitte nicht böse sein, wenn die Antwort auf sich warten lässt und eher kurz ist…

Der Flug war sehr gut, ich hatte nur einen kurzen Aufenthalt in Dubai und da die Maschine nur halbvoll war, hatte ich sogar eine Reihe für mich zum Schlafen. Aber der Gedanke, bald wieder in Südafrika zu sein, hielt mich vom Schlaf ab. Am Flughafen wurde ich sehr herzlich empfangen und alles schien so vertraut. Der Weg zur Farm durch die Stadt, die Baustellen- selbst die Schlaglöcher waren noch diesselben!J

Insgesamt sind viele Dinge gleichgeblieben, wo ich es nicht erwartet hätte. Ich habe das Gefühl, als wäre ich gar kein Jahr weggewesen, alles schien vertraut und so wie immer. Es tat gut, die Farm wieder zu sehen, die Kids, die mich noch kannten und lieb begrüßten. Am Montag konnte ich zum ersten Mal wieder mit in die Schulen gehen und das brachte etwas Routine zurück, die einem lieb geworden war.
Diese „zum ersten Mal wieder“- Toast mit Cheddar, Roibos Tea, KFC Burger, über die Sandpiste düsen, Freunde wieder sehen, alte Straßen erkunden, in die Gemeinde gehen, unter der kalten Dusche zittern…
Ich merke, wie mir Südafrika doch heimischer geworden ist als gedacht.
Dann gibt es aber auch die ganz andere Seite, wo alles so ganz anders ist. Mein Kopf hatte es wohl begriffen, dass manche Leute gegangen waren, manches sich verändert hatte und das Leben nicht einfach so weitergehen konnte wie bisher. Aber mein Herz ist noch nicht hinterher gekommen und hatte wohl die Hoffnung, dass ich zurück in die Vergangenheit katapultiert werden würde und alles beim Alten bliebe. Das hat sich nicht erfüllt, aber erst nach und nach bemerke ich die Auswirkungen davon. Instinktiv mache ich bestimmte Bewegungen oder gehe in eine bestimmte Richtung, weil es immer so war; nur um dann zu merken, dass das nicht geht und es eben nicht mehr so ist vorher.
Wie automatisch schlage ich den Weg Richtung Holzhaus ein, aber dort wohnt jetzt jemand anderes. Ich bin nur noch Besucher. Obwohl ich kein Recht dazu habe, kommt in mir doch das Gefühl auf, dass es doch mein Platz ist und weggenommen wurde. Man betritt das Haus und erwartet, dass alle wieder da sind, am Tisch sitzen und man zusammen isst und lacht. Aber da ist nur gähnende Leere, die einen erwartet, ein einsames Zimmer und viel Zeit-zu viel Zeit- für sich selbst.
Da bleibt es an mir, auf das zu schauen, was gleich ist. Freunde treffen, quatschen, Spaß haben und neue Dinge ausprobieren. Und immer wieder auf den zu vertrauen, der sich nie ändert…